Windows 7: Start beschleunigen

Eine boot.ini wie noch bei Windows XP gibt es bei Windows 7 nicht mehr. Dennoch gibt es die Möglichkeit, mithilfe des Systemprogramms Msconfig einige wichtige Start-Parameter zu verändern und so den Windows 7 Start zu beschleunigen.

Systemstart in elf Sekunden? Nur mit SSD!

Zum Start von Windows 7 bildeten sich regelrechte Mythen um den Systemstart: Nie sollte ein Microsoft-Betriebssystem schneller gestartet worden sein, von knapp elf Sekunden war die Rede – für damalige Verhältnisse eine sensationelle Zeit.

Dabei handelte es sich jedoch um eine Demonstration, die Intel und Microsoft präsentierten, um zu zeigen, was prinzipiell möglich ist, wenn hochwertige Hardware verwendet wird. Zum Einsatz kam dabei eine schnelle SSD-Festplatte (eine Intel X25-M), die hauptsächlich für die schnelle Startzeit verantwortlich war). Der Originalartikel in englischer Sprache ist heute nur noch auf Archive.org verfügbar, genaue Informationen zum verwendeten System sind aber noch online zu finden.

Tatsächlich aber braucht Windows 7 beim Start mit damals aktueller Hardware (sprich: mit Platter-basierten Festplatten) bei den meisten PCs zirka 30 bis 40 Sekunden, bis der Desktop geladen ist. Die Prozessorleistung und die Anzahl der Kerne ist dagegen in der Regel für den Start, respektive die Dauer des Systemstarts, völlig unerheblich. Dennoch hielt sich ein entsprechender Tipp hartnäckig, dazu gleich mehr.

Windows-7-Systemstart: Durchschnittliche Bootzeit beim Start
Windows-7-Systemstart: Durchschnittliche Bootzeit beim Start

Charakteristik des Windows-7-Systemstarts

Grund ist die Aufgabenverteilung beim Start von Windows 7. Die weitaus meiste Zeit während des Starts von Windows 7 ist der Prozessor kaum oder gar nicht ausgelastet. Nur zu Beginn, in der Mitte und gegen Ende des Starts, wenn Desktop und Dienste geladen werden, gibt es einige Ausschläge nach oben.

Windows 7: Prozessorauslastung beim Systemstart
Windows 7: Prozessorauslastung beim Systemstart (Quelle: Microsoft Winhec 2006)

Die weitaus meiste Zeit während des Starts, der hier im Beispiel knapp 45 Sekunden dauert, wartet Windows auf Ein- und Ausgabetransfers, wie aus der folgenden Abbildung hervorgeht.

Windows 7: Datenträgerauslastung beim Systemstart
Windows 7: Datenträgerauslastung beim Systemstart (Quelle: Microsoft Winhec 200)

Die Prozessorleistung und die Anzahl der Kerne ist dagegen in der Regel für den Start, respektive die Dauer des Systemstarts, völlig unerheblich.

Windows macht während des Starts vor allem eines: auf Daten von der Festplatte warten. Kein Wunder, dass die Ladezeit mit einem SSD-Speicher drastisch kürzer ausfallen – SSD-Datenträger haben 100-fach kürzere Zugriffszeiten als herkömmliche Platter-Datenträger.

Die Messungen in den Schaubildern oben wurden mit Windows Vista gemacht, sind aber im Wesentlichen auf Windows 7 übertragbar.

Windows-7-Start im Detail

Weitere Informationen zum Systemstart von Windows 7 enthält der lesenswerte Artikel eines Microsoft-Mitarbeiters: Die Leistung beim Systemstart, heute leider auch nur noch via archive.org verfügbar.

Windows-7-Start beschleunigen mit Prozessorkernen?

Ein umstrittener Tipp betrifft wie oben erwähnt die Zahl der Prozessorkerne beim Systemstart. Angeblich soll Windows 7 schneller starten, wenn die Zahl der Prozessorkerne fest vorgegeben wird. Diese Zahl kann verändert werden.

Eine Änderung dieses Parameters ist wie oben beschrieben in der Regel aber nicht nötig. Windows 7 erkennt alle Kerne automatisch und nutzt diese bestmöglich. Der eigentliche Sinn des Schalters ist denn auch ein ganz anderer: Er erlaubt es, die Zahl der Prozessoren bzw. Prozessorkerne künstlich zu verringern. Das ist dann sinnvoll, wenn die Lizenz der Windows-7-Version nur den Einsatz einer bestimmten Zahl von Prozessoren bzw. Prozessorkernen erlaubt und andernfalls eine teurere Lizenz gekauft werden müsste.

Beachten Sie, dass die Zahl der Kerne bei Prozessoren mit Hyper-Threading schnell steigen kann – ein Core i7-920 beispielsweise verfügt über vier Kerne; Windows 7 zählt die “simulierten” Hyper-Threading-Kerne aber einfach hinzu, der Prozessor kommt so in der Windows-7-Logik auf acht Kerne.

Anleitung: Prozessorkerne beim Start festlegen

1. Klicken Sie auf den Start-Button mit dem Windows-Zeichen unten links. Geben Sie “msconfig” in die Suchleiste ein und öffnen Sie die vorgeschlagene EXE-Datei.

Windows 7: Msconfig aufrufen
Windows 7: So rufen Sie die Datei Msconfig auf

2. Öffnen Sie die Registerkarte “Start” und klicken Sie auf die Schaltfläche “Erweiterte Optionen”

Windows 7 Fenster Systemkonfiguration: Start, erweiterte Optionen
Windows 7, Systemkonfiguration: “Start” und “Erweiterte Optionen”

3. Anschließend können Sie dort die Zahl der Prozessorkerne (bei Mehrkern-Prozessoren) bzw. die Zahl der Prozessoren insgesamt (bei Mehr-Prozessor-Systemen) festlegen.

Systemkonfiguration - Prozessoranzahl einstellen
So stellen Sie die Prozessoranzahl ein
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