Ping allgemeiner Fehler

Allgemeine Fehler bei Verwendung von ping als Diagnosetool

Das Diagnosetool Ping ist aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken. Was, wenn Ping “allgemeiner Fehler“ zurückliefert?

Für Probleme in Netzwerken existieren verschiedenste Diagnosetools. Einige davon sind bereits in den jeweiligen Betriebssystemen eingebaut. Das Tool „ping“ ist so eines – und in jedem Betriebssystem, welches das TCP/IP-Netzwerkprotokoll verwendet, integriert.

Das Prinzip dabei ist einfach: Wenn man prüfen will, ob ein anderer Computer erreichbar ist, wird dieser „angepingt“ und sollte mit einem speziellen Antwortdatenpaket antworten. Gleichzeitig wird die Laufzeit gemessen. Manchmal jedoch kann es vorkommen, dass nach dem Befehl „Ping allgemeiner Fehler“ angezeigt wird.

Aufruf und Benutzung des Befehls Ping

Da Ping ein Kommandozeilentool ist, muss man vor Benutzung erst einmal die Kommandozeile ausführen. Diese startet man mit Klick auf Start ->Windows-System -> Eingabeaufforderung. Alternativ lässt sich auch nach „cmd“ suchen.

Bei der Meldung „Ping allgemeiner Fehler“ muss man die Kommandozeie über „Eingabeaufforderung“ starten.
Bei der Meldung „Ping allgemeiner Fehler“ muss man die Kommandozeie über „Eingabeaufforderung“ starten.

Bei erfolgreichem Anpingen eines anderen Systems sieht dies so aus:

C:\Users\Anmeldename>ping 192.168.10.1
Ping wird ausgeführt für 192.168.10.1 mit 32 Bytes Daten:
Antwort von 192.168.10.1: Bytes=32 Zeit<1ms TTL=64

Hier ist zu sehen, dass das System mit der IP-Adresse 192.168.10.1 antwortet, und die Signallaufzeit unter einer Millisekunde liegt. Weitere Informationen und statistische Auswertung zu eventuell verlorenen Paketen etc. haben wir zur übersichtlicheren Darstellung im Beispiel ausgelassen.

Üblicherweise sind die (Fehler)Meldungen von Ping verständlich, in einigen Fällen zeigt das System jedoch nur „Ping allgemeiner Fehler“an.

Ursachen von allgemeinen Fehlern

Die Meldung „Ping allgemeiner Fehler“ kommt in der Regel dann, wenn eine geregelte Kommunikation mit dem Zielsystem nicht möglich ist.

Da Ping als Tool aus verschiedenen Gründen möglichst simpel bleiben soll, sind hier keine ausgefeilten Fehlerbehandlungsautomatismen enthalten.

Ping geht davon aus, dass eine generelle Netzwerkkommunikation bis zum Zielnetzwerk existiert und funktioniert.

Sind diese Bedingungen allerdings nicht gegeben, so gibt Ping einfach “allgemeiner Fehler“ aus. Dies deutet auf grundlegende Probleme im Netzwerksetup hin.

Oft lassen sich diese in vier Kategorien einteilen:

  • Netzwerkprotokoll IPv4 oder IPv6 ist auf dem verwendeten Netzwerkadapter nicht aktiviert/gebunden
  • Gateway ist nicht richtig konfiguriert
  • Routingtabelle fehlerhaft
  • Firewall aktiv

Fehlende Netzwerkprotokolle bei „Ping allgemeiner Fehler“

Windows benötigt die Information, welche Netzwerkanschlüsse mit welchen Fähigkeiten und Protokollen kommunizieren dürfen. Das klassische Netzwerkprotokoll, als TCP/IP in den 80er Jahren entwickelt, war IPv4. Da zukünftig IPv6 zum Einsatz kommen soll, sind für die erforderliche Übergangsphase beide Protokolle parallel an den Netzwerkadapter gebunden.

Seit Windows Vista versucht Windows, intern bevorzugt IPv6 einzusetzen, sodass eine fehlende Bindung von IPv4 nicht immer sofort auffallen muss. Das Anpingen einer IPv4-Adresse führt zur Meldung „Ping allgemeiner Fehler“, da kein Transportweg für die Datenpakete existiert.

Zur Behebung davon muss man im „Netzwerk- und Freigabecenter“ unter „Adaptereinstellungen ändern“ den jeweiligen Netzwerkadapter auswählen. Unter „Eigenschaften“ lässt sich dann das IPv4-Protokoll mit einem Häkchen hinzufügen.

Konfiguration des Gateway fehlerhaft

In einem IP-Netz ist der sogenannte Gateway wichtig, wenn das angepingte Zielsystem nicht im lokalen Subnetz steht. Diese Information wird normalerweise bei der Konfiguration des Netzwerkinterfaces eingestellt, und oft vom Router per DHCP verteilt.

Hier gilt, dass alle Systeme im lokalen Subnetz (meist am gleichen Switch angeschlossen) direkt erreichbar sein müssen. Im privaten Netzwerk sind das meist alle PCs, die am gleichen Router (mit integriertem Switch) angeschlossen sind. Da aufgrund von Sicherheitsmaßnahmen oftmals das WLAN einem anderen Subnetz zugeordnet ist, benötigt man bereits hier ein Gateway .

Auf der Kommandozeile lassen sich die aktuellen Einstellungen mit dem Befehl „ipconfig“ überprüfen, untenstehendes Beispiel gekürzt:

C:\Users\Anmeldename>ipconfig
Windows-IP-Konfiguration
Ethernet-Adapter Ethernet 2:
Verbindungsspezifisches DNS-Suffix: home
IPv4-Adresse . . . . . . . . . . : 192.168.10.18
Subnetzmaske . . . . . . . . . . : 255.255.255.0
Standardgateway . . . . . . . . . : fe80::5e35:3bff:fef5:6277
192.168.10.1

Ist bei dieser Ausgabe kein Gateway vorhanden, der zu der anzupingenden Adresse (IPv4 oder IPv6) passt, wird ein „Ping allgemeiner Fehler“ gemeldet.

Gleiches gilt, wenn das Gateway nicht im lokalen Subnetz steht und somit nicht erreichbar ist. Siehe dazu auch Fehler 504 (Gateway Timeout) – kann man ihn beheben?

Zur Behebung muss man entweder im Netzwerk- und Freigabecenter die statische Konfiguration des Netzwerkadapters prüfen oder die DHCP-Einstellungen des Routers.

Fehlerhafte Routingtabellen bei „Ping allgemeiner Fehler“

Sollen sich Rechner außerhalb des lokalen Netzes anpingen lassen, so muss die Information vorhanden sein, auf welchem Wege sie dahinkommen. Im einfachsten Falle geschieht dies durch das Setzen eines Standardgateways. Hier werden alle Datenpakete, die nicht im lokalen Netz zugestellt werden, hingeschickt. In komplexeren Netzwerkumgebungen, speziell bei Verwendung von VPN, richtet man jedoch je nach Zielsystem unterschiedliche Wege ein. Ist die sogenannte Routingtabelle defekt oder bietet keine Einträge an, so erscheint ebenfalls ein „Ping allgemeiner Fehler“.

Die Überprüfung erfolgt mit dem Befehl „netstat -r“ oder „route PRINT“.

Hier muss zu einem Zielnetzwerk der entsprechende Gateway mit zugeordnetem Netzwerkinterface stehen.

Oft kann hier ein Neustart Abhilfe schaffen, andernfalls muss man die Konfiguration der Routen nebst statisch eingetragener Routen prüfen.

Aktive Firewall

Die lokale Windows-Firewall kann unter Umständen so eingestellt sein, keine icmp-Pakete zu erlauben. Dies ist in bestimmten Szenarien sinnvoll, um von außen nicht erkennbar zu sein. Werden jedoch ausgehende icmp-Pakete geblockt, so erscheint ebenfalls „Ping allgemeiner Fehler“. Hier hilft ein entsprechendes Umtragen der jeweiligen Firewallregeln, um icmpv4 bzw. icmpv6 zu erlauben.

Alternativ lässt sich auch das Firewallprofil von „öffentlich“ auf „privat“ umstellen. Hierbei gestaltet man einige Standardeinstellungen bzgl. icmp-Handling offener.

Ein komplettes Abschalten der Windows-Firewall hilft in diesem Falle auch, ist aber grundsätzlich aus Sicherheitsgesichtspunkten nicht zu empfehlen.

Fazit zu „Ping allgemeiner Fehler“

Verschiedenste Ursachen können dazu führen, dass die Netzwerkkonnektivität nicht vollständig gegeben ist, und Meldungen wie „Ping allgemeiner Fehler“ kommen.

Diese lassen sich fast immer auf fehlerhafte Konfiguration des Netzwerkadapters (Gateway oder Routen falsch eingetragen) zurückführen.

In einigen anderen Fällen sind ausgehende Firewallregeln hierfür verantwortlich.

Nur in sehr wenigen Fällen ist Windows 10 (genauer: der Netzwerkstack) beschädigt.



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