Was kann eine Brille, die sich automatisch der Sehschärfe anpasst, tatsächlich? Und welches sind die besten Modelle auf dem Markt? Wir erklären alles, was Sie über die sogenannte Autofokus- oder adaptive Brille wissen sollten.
Die Technik klingt zunächst nach Science-Fiction, ist inzwischen aber tatsächlich erhältlich. Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen. Manche Brillen passen sich automatisch an, andere werden manuell eingestellt. Einige richten sich eher an Menschen mit Alterssichtigkeit, andere sind noch eher technische Demonstratoren oder Spezialprodukte.
Besonders häufig kommen solche Brillen bei Alterssichtigkeit zum Einsatz. Viele Menschen ab etwa 40 Jahren merken, dass das Lesen schwieriger wird. Klassische Gleitsichtbrillen lösen dieses Problem zwar ebenfalls, aber nicht jeder kommt damit gut zurecht.
Wie funktionieren Brillen mit automatischer Sehstärkenanpassung?
Das Grundprinzip ist relativ einfach: Die Brille verändert ihre optische Stärke je nachdem, worauf Sie schauen. Dafür kommen je nach Hersteller unterschiedliche Technologien zum Einsatz, also beispielsweise Flüssiglinsen, elektronische Gläser, Sensoren zur Entfernungsmessung, oder mechanisch verstellbare Linsen.
Einige Modelle erkennen automatisch, ob Sie gerade in die Nähe oder Ferne schauen. Andere lassen sich per Regler oder App anpassen.
Vorteile und Nachteile
Der Hauptvorteil liegt natürlich darin, dass Sie keinen ständigen Brillenwechsel mehr haben. Sie benötigen im Idealfall also nur noch eine Brille für verschiedene Entfernungen.
Einige Nutzer empfinden das natürliche Umschalten angenehmer als feste Gleitsichtbereiche. Das ist aber Geschmackssache.
Vor allem für Menschen mit schwankender Sehschärfe ist so ein flexibles System besonders interessant. Außerdem kommen viele Modelle mit modernen Zusatzfunktionen wie beispielsweise Bluetooth, App-Steuerung, Hörunterstützung oder smarter Sensorik.
Die Technik ist spannend, aber noch nicht perfekt, das muss man klar sagen. Viele Modelle kosten deutlich mehr als normale Brillen. Außerdem müssen elektronische Modelle geladen werden, es ist also ein Akku notwendig.
Einige Brillen befinden sich noch in einer frühen Marktphase oder sind nur eingeschränkt erhältlich. Durch Sensoren und Elektronik sind manche Modelle außerdem schwerer als normale Brillen.
Für wen lohnt sich eine adaptive Brille also?
Besonders interessant sind solche Brillen für:
- Menschen mit Alterssichtigkeit
- Nutzer, die keine klassische Gleitsicht mögen
- Technikinteressierte
- Personen mit wechselnden Sehentfernungen im Alltag
- Menschen, die Beruf und Bildschirmarbeit kombinieren
Weniger sinnvoll sind sie oft für:
- sehr starke Sehfehler
- Menschen mit empfindlichen Augen
- oder Nutzer, die möglichst leichte und einfache Brillen bevorzugen

ViXion01
Die ViXion01 gehört zu den bekanntesten Autofokus-Brillen der letzten Jahre. Sensoren messen die Entfernung des betrachteten Objekts und passen die Linse automatisch an.
Sie eignet sich vor allem für Menschen mit Alterssichtigkeit und Nutzer, die möglichst automatisch fokussieren möchten. Für alle, die möglichst viel Automatik möchten, ist dieses Modell gut geeignet.
Preislich liegt sie etwa bei 500 bis 900 Euro, je nach Ausstattung und Markt.
Die Vorteile dieser Brille liegen klar im Autofokus-System. Die Brille kann sich automatische anpassen ohne manuelles Einstellen. Die Technik ist sehr modern und geeignet für Nah- und Fernsicht.
Sie ist allerdings auch relativ teuer, es ist ein Akku notwendig und das Modell ist noch nicht überall verfügbar.
Laclarée
Laclarée entwickelt Brillen mit flüssigkeitsbasierten Linsen, die automatisch fokussieren. Distanzsensoren steuern die Anpassung der Gläser.
Diese Brille ist vor allem geeignet für Menschen mit Presbyopie (Alterssichtigkeit). Sie ist technisch sehr interessant, aber momentan eher etwas für Technik-Enthusiasten.
Der Preisbereich ist noch nicht klar definiert, vermutlich aber im Premiumbereich.
Vorteihaft an dieser Alternative ist das sehr moderne Konzept, natürliches Sichtfeld und automatischer Fokus.
Nachteilhaft hingegen ist, dass sie aktuell noch eingeschränkt Verfügbar ist, dass hohe Preise zu erwarten sind und das es sich allgemein eher um Zukunftstechnologie handelt.
Adlens
Bei einstellbare Fokusbrille von Adlens wird die Stärke manuell angepasst. Dadurch eignet sich die Brille gut als Übergangslösung oder Reisebrille.
Sie ist praktisch und preiswert, aber eher funktional als luxuriös und deshalb vor allem für Menschen geeignet die eine günstige und flexible Lösung suchen. Diese Brille liegt im Preisbereich zwischen 50 und 150 Euro.
Zu den Vorteilen dieser Brille zählen, dass sie deutlich günstiger ist als andere einstellbare Brillen, es ist keine Elektronik sowie kein Akku nötig und die flexible Einstellbarkeit funktioniert gut.
Als Nachteil lässt sich sagen, dass sie keinen automatischen Fokus bietet, optisch weniger elegant wirkt und nicht mit hochwertigen Gleitsichtbrillen vergleichbar ist.
Nuance Audio
Nuance Audio ist vor allem für Menschen geeignet die Seh- und Hörunterstützung kombinieren möchten.
Diese Brille kombiniert Brille und Hörunterstützung in einem Gerät. Die Sprachverständlichkeit wurde in Tests positiv bewertet.
Preislich liegt sie bei rund 1.200 Euro.
Sie kommt in einem modernen Design, guter Sprachverstärkung, diskreter Hörunterstützung und ist damit relativ alltagstauglich. Andererseits hält der Akku oft keinen ganzen Tag, es gibt teilweise Feedback- und Latenzprobleme und diese Brille ist nicht primär für Sehkorrekturen entwickelt.
Disclaimer: Die in diesem Artikel vorgestellten Produkte wurden nach eigener Recherche, technischen Daten, Nutzerbewertungen und allgemeinen Marktinformationen ausgewählt. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr auf Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit und stellen keine verbindliche Kaufberatung dar. Preise, Funktionen und Verfügbarkeiten können sich jederzeit ändern.


